19. Juni 2017 | Der monatliche mutmacher

Zwischenruf

Nur wer sich regelmäßig und objektiv mit den Weltbesten misst und Schwächen konsequent abstellt, wir im Zeitalter der Digitalisierung langfristig bestehen. Dafür sind Schnelligkeit, Offenheit und insbesondere Mut unabdingbar. Sie fühlen sich bereit? Dann bewerben Sie sich noch bis zum 30. Juni 2017 als „Fabrik des Jahres“.

von Dr. Marc Lakner

Vor rund zwei Monaten durfte ich als für die „Fabrik des Jahres/GEO“ verantwortlicher Partner von A.T. Kearney zusammen mit der versammelten Produktioner-Elite das 25-jährige Jubiläum dieses Wettbewerbs in München feiern. Es war ein tolles Fest mit viel Glanz und Prominenz sowie der Würdigung von mehr als zwei Jahrzehnten Weltklasse in der Produktion. In meiner damaligen Ansprache brachte ich meine Überzeugung zum Ausdruck, dass ein Ausruhen auf diesem Erfolg keine gute Idee ist. Denn wie zu Beginn der 1990er-Jahre, als die erste Lean-Welle über Deutschland hinwegschwappte und zahlreiche japanische Unternehmen Spitzenpositionen übernahmen, stehen wir auch heute mit der Digitalisierung wieder vor einer Zeitenwende. Die Rangordnung in der Produktion wird gegenwärtig neu verteilt.

Die Digitalisierung – sofern richtiggemacht – ermöglicht der Produktion aggressive Produktivitätssteigerungen, eine bessere Ausrichtung auf Kunden und einen cleveren Beitrag für neue Geschäftsmodelle. Bei meinem letzten Besuch auf der Hannover Messe konnte man gut sehen, dass die Flaggschiffe der deutschen Wirtschaft diese Herausforderung mit voller Kraft annehmen. Dennoch muss ich im Rahmen meiner Beratungsprojekte, Werksbesuche und Podiumsdiskussionen feststellen, dass ein Großteil des deutschen Mittelstands noch abwartet. Damit diese Unternehmen nicht den Anschluss verlieren, ist Handlungsbedarf dringend notwendig! Hierfür sind für mich Schnelligkeit, Offenheit und insbesondere Mut unabdingbar.

Dabei ist Mut für mich die Kernherausforderung. Der erfolgsverwöhnte Mittelstand muss sich mutig aus seiner Komfortzone herauswagen und sich radikal infrage stellen. Dabei gilt es, ein klares Zielbild zu erstellen und priorisierte Ideen, die in kleinem Umfang erprobt werden, bei Erfolg mit hoher Geschwindigkeit auszurollen. Parallel ist der Aufbau von Digitalkompetenzen, einem zukunftsfähigen IT-System sowie eines agilen Ecosystems an Partnern erforderlich.

Damit dies in der Breite geschieht, werden wir vom „Fabrik des Jahres/GEO“-Team auch bei dieser Zeitenwende Wegbereiter und Schrittmacher zugleich sein. Wir haben den Wettbewerb überarbeitet und ihn weiter auf Digital getrimmt. Zusätzlich werde ich mit dieser monatlichen Kolumne einen Beitrag dazu leisten, dass das Thema weiterhin Chefsache bleibt. Für die Produktioner-Elite gilt nach wie vor: Nur wer sich regelmäßig und objektiv mit den Weltbesten misst und Schwächen konsequent abstellt wir langfristig bestehen. Daher noch mein Mutmacher-Aufruf an Alle: Bewerben, mitmachen und profitieren!

Abgabedatum für die Bewerbung um die „Fabrik des Jahres“ ist der 30. Juni 2017.