11. Juli 2018 | mutmacherinnen von A.T. Kearney

„Mutig sein!“

So geht’s! Valeska Benner, Principal und Spezialistin für Energie und Corporate Finance, ist eine von mehreren „Mutmacherinnen“ bei A.T. Kearney. Im Interview erklärt sie, warum es für Mütter immer noch nicht selbstverständlich ist, Karriere zu machen – und welche Ratschläge sie jüngeren Frauen gibt.

 

Frau Benner, haben Frauen Mitte 30 es leichter als die Generation ihrer Mütter?

Der technologische Fortschritt und flexiblere Arbeitszeitmodelle machen es heute sicher einfacher, Familie und Beruf zu vereinbaren. Ich bin aber auch zuversichtlich, dass meine einjährige Tochter später noch bessere Möglichkeiten haben wird und es dann keine Besonderheit mehr ist, dass Mütter ebenso Karriere machen wie Väter. Denn das ist heute leider immer noch nicht selbstverständlich. Frauen, die nach acht Wochen Mutterschutz wieder Vollzeit arbeiten, müssen mit skeptischen Blicken oder abschätzigen Bemerkungen leben.

 

Handelt es sich also vor allem um ein gesellschaftliches Problem?

Es ist eine Frage der gesellschaftlichen Haltung, aber natürlich auch der Rahmenbedingungen. Und da hat sich definitiv viel getan: In meiner Kindheit gab es schlicht keine Kita. Heute werden dort mitunter schon Kleinkinder ab sechs Monaten betreut. Aber eine Kita, die länger als bis 18 Uhr offen hat, ist nach wie vor kaum zu finden. Insofern ist man immer noch darauf angewiesen, sich selbst eine Infrastruktur – etwa aus Familie, Au-Pair oder Tagesmutter – zu schaffen, wenn man als Frau Karriere machen will.

 

Sie haben Karriere gemacht. An wem haben Sie sich dabei orientiert?

Ich hatte kein spezifisches Vorbild, für mich war und ist das Netzwerken mit gleichgesinnten Frauen sehr wichtig. Ich habe bei A.T. Kearney einige Jahre das DACH Women Network geleitet und finde es immer inspirierend und Mut machend, mit anderen Frauen in gleicher oder ähnlicher Position Erfolgsgeschichten, aber auch Probleme auszutauschen. 

 

Welche Tipps geben Sie Frauen Ihrer oder der jüngeren Generation?

Auf jeden Fall: mutig zu sein! Frauen trauen sich oft weniger zu als Männer und vertun sich so von vornherein Chancen. Wer in die eigenen Fähigkeiten vertraut und auch Fehler in Kauf nimmt, wächst mit der Aufgabe und kann fast alles bewerkstelligen. Außerdem rate ich dazu, auch mal unkonventionelle Wege zu gehen und Neues auszuprobieren. 

 

Wie setzen Sie selbst das um?

Ich arbeite seit zehn Jahren bei A.T. Kearney und habe mir jetzt ein „Entrepreneurial Leave“ genommen – eine Auszeit vom regulären Job, in dem ich ein eCommerce-Start-up aufbaue. Das war eine Chance, die sich mir plötzlich geboten hat – und ich bin froh, dass ich sie ergriffen habe.