13. April 2018 | mutmacherinnen von Kearney

„Einfach mal machen!“

Geht doch! Astrid Latzel, Partnerin und Leiterin Private Equity in der DACH-Region, ist eine von mehreren mutmacherinnen bei Kearney. Im Interview verrät sie, was hinter diesem Titel steckt und was sie anderen Frauen mit Blick auf die Karriere empfiehlt.

 

Frau Latzel, was bringen mutmacherinnen?

Viele Frauen glauben, dass sie in der häufig noch männerdominierten Arbeitswelt nicht oder nur mit überdurchschnittlichem Aufwand sehr erfolgreich sein können. Mutmacherinnen sind Vorbilder, die das Gegenteil beweisen.

 

An welchen mutmacherinnen haben Sie sich persönlich orientiert?

Ich habe das Ziel, Partnerin in einer internationalen Top-Management-Beratung zu werden, schon während des Studiums entwickelt. Dafür brauchte ich zunächst kein Vorbild. Allerdings haben mich Frauen in vergleichbaren Positionen und in der Politik über die Jahre ermutigt und inspiriert.

 

Welche Erkenntnisse haben Ihnen am Anfang Ihrer Karriere geholfen?

Ich habe früh gelernt, dass man nicht davor zurückschrecken sollte, Aufmerksamkeit für die eigene, gute Arbeit zu generieren. Frauen fällt das leider oft schwerer als Männern. Wenn man aber darauf wartet, gesehen zu werden, ist die Erfolgschance deutlich geringer. Und ich habe schnell erkannt, dass man sich auf dem Karriereweg helfen lassen sollte. Frauen denken oft: Ich muss das alleine schaffen. Damit  machen sie es sich aber unnötig schwer. Ich hatte immer mindestens einen starken Mentor an der Seite, der mich nicht nur beraten, sondern mich aktiv in der Karriereentwicklung unterstützt hat.

 

Und was können junge Frauen heute von Ihnen lernen?

Dass sich Familie und Karriere vereinbaren lassen. Ich habe zwei zauberhafte Töchter. Viele Frauen bezweifeln, dass beides gleichzeitig geht. Ich sage:  einfach mal machen! Oft lernt man in der Situation, die Herausforderungen zu meistern. Außerdem rate ich dringend, Netzwerke zu pflegen. Man sollte sich so breit wie möglich aufstellen, Kontakte pflegen und halten – natürlich mit Frauen und Männern. Die sozialen Medien machen das ein bisschen einfacher, aber es gehört nach wie vor Disziplin dazu. Ein weiterer Tipp wäre, in Sachen Karriere flexibel zu bleiben.

 

Was meinen Sie damit?

Ziele sind wichtig, aber die Wege dorthin sind selten gut planbar. Es gibt heute so viele Möglichkeiten abseits der ursprünglich eingeschlagenen Pfade. Bleiben Sie offen und flexibel und schließen Sie keine Karrieremöglichkeit aus Prinzip aus.