21. September 2018 | Digital Value Circle

Von A nach B – egal wie?!

Beim dritten Digital Value Circle in Zürich stellten sich Experten die Frage: Wie geht es weiter mit der Mobilität?

Kaum ein Lebens- und Arbeitsumfeld wandelt sich derzeit so dramatisch wie der Mobilitätssektor. Der steigende Wunsch nach individueller Mobilität, immer globaleren Lieferketten und die Lust auf Online-Shopping, gepaart mit immer neuen Apps, lassen kaum einen Stein auf dem anderen. 

Der Wunsch der urbanen Generationen, jederzeit spontan und komfortabel von A nach B zu kommen, besteht längst auch in ländlichen Gebieten. Statt dem eigenen Auto als Statussymbol, steigen Carsharing und immer neue (digitale) Versprechen in der Gunst der jungen Generation. Gerade für etablierte Verkehrsträger sind die Herausforderungen immens, wenn vorhandene Hardware auf sich ständig wandelnde Begehrlichkeiten treffen.

Es geht nicht mehr um das “Ob”, sondern um das “Wann”

Genau darum ging es beim 3. Digital Value Circle von A.T. Kearney in Zürich, bei der mit Christian Steinbach, Head of Revenue Management der Schweizer Bundesbahnen (SBB), ein ausgewiesener Experte aus Sicht des größten Mobilitätsdienstleisters mit zugespitzten Thesen die exklusive Runde provozierte. Seiner Ansicht nach geht es schon längst nicht mehr um das „Ob“, sondern um das „Wann“: Wann der Individualverkehr mit dem öffentlichen Verkehr verschmelzen wird, genauso wie sich Personen und Güterverkehr fast schon gezwungenermaßen zu einem „Mobility-as-a-Service“ vereinen.

Gewinner werden jene sein, die nicht abwarten, sondern mutig vorangehen und neues ausprobieren – denn wie so oft sind die Konkurrenten von morgen heute noch vermeintlich branchenfremd. Dabei muss den aktuellen Platzhirschen keineswegs bange sein, wenn sie ehrlich ihren Ist-Zustand bewerten, sich auf ihre Stärken besinnen und im Ecosystem denken (das auch mal zu ungewöhnlichen Allianzen führen kann). Wie das konkret aussehen kann, beweist die SBB aktuell mit einem Kombipaket aus Bahn-Generalabo und Elektrofahrzeug.

Mit dem selbstfahrenden Auto über Nacht in den Urlaub

Doch die engagierte Diskussion zeigte, dass selbst diese Konzepte eher kurz- bis mittelfristig angelegt sind. In der mobilen Zukunft wird die App nicht nur vorschlagen, welcher Mix an Transportmitteln für mich in Frage kommen könnte – gepaart mit Künstlicher Intelligenz, Autonomem Fahren und Drohnentechnologie werden digitale Mobilitätsberater ganz einfach für uns entscheiden, ob, wann und wie ich am besten reise und welche Annehmlichkeiten mir dabei wichtig sind. Schlafend über Nacht im selbstfahrenden Auto in den Ferienort oder doch lieber die Hochgeschwindigkeitsbahn mit wartendem Carsharing am Zielort, während die Drohne das Gepäck liefert? Zukunftsmusik? Vielleicht. Doch wer hätte vor 12 Jahren gedacht, dass sich Taxi-Genossenschaften irgendwann einmal ernsthaft um ihr Geschäftsmodell sorgen müssten?

Was das im Einzelnen für Straße, Schiene, Luft und Wasser bedeutet, ist noch nicht ausbuchstabiert, es bleibt also spannend. Sicher ist aber, dass es dafür mutmacherinnen und mutmacher braucht.