19. Februar 2018 | Restrukturierung

Die Management-Feuerwehr

Das niedrige Zinsniveau und die boomende Wirtschaft verbreiten Optimismus. Klar ist jedoch auch: diese Situation wird nicht ewig andauern. Für einige Branchen bahnen sich bereits jetzt große Herausforderungen an. Damit die Gewinner von heute nicht zu Krisenkandidaten von morgen werden, braucht es schnelle und umfassende Ansätze. Die A.T. Kearney Restructuring GmbH bietet solche Ansätze. Dr. Martin Eisenhut, Zentraleuropachef von A.T. Kearney über die neue Management-Feuerwehr.

In welcher Situation befinden sich die Unternehmen, die die Hilfe der A.T. Kearney Restructuring GmbH in Anspruch nehmen?

Das ist ganz unterschiedlich. Grundsätzlich helfen wir Unternehmen in allen Phasen ihres Lebenszyklus‘. Häufig setzen wir Interim-Manager ein, die zeitlich befristet direkt ins Unternehmen gehen und es erst dann wieder verlassen, wenn sie die Firmen aus dem Gefahrenbereich geleitet haben. Das kann ganz verschiedene Ursachen haben: Da wären z.B. Unternehmen, deren Strategie noch nicht ausgereift genug ist und sich deshalb in Schwierigkeiten manövriert haben. Andere haben bereits große Profitabilitätslücken oder verstehen es noch nicht richtig, ihre eigenen Wert- und Wachstumspotentiale zu erkennen und zu nutzen. Da können Interim-Manager eine sehr hilfreiche Stütze von außen sein. Und wenn es hart auf hart kommt, z.B. wenn eine Organisation Liquiditätsschwierigkeiten hat, können wir auch Last Minute noch helfen und eine bevorstehende Insolvenz abwenden. In diesem Sinne sind wir quasi eine Art „Management-Feuerwehr“ – mit breit aufgestellter Sektor- und Industriekompetenz und der Fähigkeit, praktische Transformation schnell umzusetzen.

Welche Anzeichen gibt es – sowohl interne als auch externe – dass ein Unternehmen auf eine Krise zusteuert?

Typische Anzeichen für eine Krise sind beispielsweise eine hohe Verschuldung, eine branchenunterdurchschnittliche Marge oder natürlich geringes Wachstum und ein rückläufiges Geschäft. Schaut man sich die aktuelle Wirtschaftslage an, scheint die Situation für Unternehmen vordergründig sehr gut zu sein. Zur Zeit gibt es nur eine unterdurchschnittliche Anzahl von Krisenunternehmen. Das liegt vor allem daran, dass das niedrige Zinsniveau und die boomende Wirtschaft viele Problemfälle noch verdeckt. Durch unsere Analysen für bestimmte Branchen sehen wir jedoch schon heute die Krisenkandidaten von morgen. Was der jüngste Einbruch der Börsenkurse zeigt: Die Lage kann sich schnell ändern und die Aussichten schlagartig trüben.

Bei Restrukturierungen werden oft erfahrene Interim-Führungskräfte zur Verfügung gestellt, um Brandherde zu identifizieren und Chancen für neues Wachstum zu finden. Wie kann man sich die Integration und tägliche Arbeit dieser „Feuerwehrmänner“ vorstellen?

In der Regel arbeitet der Interim-Manager wie ein „normaler“ Linienmanager – mit allen Rechten und Pflichten einer Führungskraft oder eines Vorstands in dem Unternehmen. Manchmal ist er als CRO auch in einem Vorstand speziell für die Umsetzung eines Restrukturierungskonzepts verantwortlich und in die Vorstandsarbeit eingebunden. Der Vorteil ist, dass alle Restrukturierungsthemen bereichsübergreifend in einer Hand gebündelt sind. Zudem haben externe Partner, wie z.B. Banken, so die Sicherheit, dass es eine Sanierung „aus einem Guss“ gibt. In einigen Fällen stellen wir einen Interim-Manager auch dem Linienverantwortlichen als Co-Manager bei. Er ist dann zwar defacto in einer Beraterrolle, steht aber dem internen Manager für alle Fragen der Restrukturierung beiseite.

Wie entscheidend ist Mut bei der Restrukturierung?

Sehr entscheidend! Allem voran braucht es Mut, in schwierigen Zeiten die Verantwortung zu übernehmen. Sich für Erfolge feiern zu lassen, kann jeder. Was aber zählt ist, anbahnende Krisen nicht tot zu schweigen, sondern sich ihrer proaktiv zu stellen. Das kostet Überwindung und Nerven, wird sich aber langfristig auszahlen – für alle im Unternehmen. Dafür ist es von zentraler Bedeutung, dass der Interim-Manager und das beigestellte Team Optimismus zeigen und motivieren. Die Kunst ist es, die Chancen in der Krise zu erkennen und herauszuarbeiten. Das muss allen Mitarbeitern vermittelt werden, denn letztendlich kann eine Restrukturierung nur erfolgreich sein, wenn die Menschen im Unternehmen mitziehen.

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